Prepaid Tarife im Test: das sagen Stiftung Warentest und andere Experten

Prepaid Tarife im Test: das sagen die Experten zu den Anbietern – Prepaidkarten sind im Mobilfunk-Bereich nicht wegzudenken und natürlich beschäftigen sich auch die großen Verbraucherportale und Magazin mit diesem Thema. Allen voran dabei die Stiftung Warentest, die neben den monatlichen Produkttests auch eine große Tabelle der aktuellen Prepaid Anbieter und Tarife führt, bei denen die einzelnen Anbieter und Konditionen gelistet werden. Allerdings ist diese Tabelle leider kostenpflichtig – wer also von der Stiftung Warentest auf dem neusten Stand gehalten werden will, braucht ein Abo oder muss für den Abruf zahlen. Aktuelle News und Tests sowie ab und an auch Einblick in bestimmte Urteile und Themen hat die Stiftung Warentest aber trotzdem auch kostenlos im allgemeine Newsbereich. Wir schauen uns die Tarife ebenfalls regelmäßig an und haben billige Prepaid Tarife und auch günstige Prepaid Flat hier zusammen gestellt.

Überblick: die aktuellen Prepaid Tarife

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3G Abschaltung im Prepaid Bereich – das sollte man bei Testergebnissen beachten

In 2021 haben alle Netzbetreiber in Deutschland ihre 3G Netze abgeschaltet und nutzen die Bereiche stattdessen um mehr 4G und 5G Verbindungen anbieten zu können. Das hat auch die Prepaid Angebote verändert und das sollte man bei älteren Tests beachten.

Die gute Nachricht dabei: mit der Abschaltung von 3G wurden alle Simkarten auf LTE aufgerüstet. Alle Prepaid Tarife können mittlerweile also das LTE/4G Netz des jeweiligen Anbieters mit nutzen. Einige Prepaid Angebote wurden dazu sogar auf VoLTE aufgerüstet und können daher auch die Gespräche per LTE abwickeln ohne auf 2G zurückgreifen zu müssen. Daneben hat beispielsweise O2 in 2020 die LTE Netze deutlich ausgebaut und bietet nun mehr Bereiche mit schnellerem LTE an. Damit können sowohl die originalen O2 Prepaid Sim als auch die Drittanbieter im O2 Netz mit einer höheren Netzqualität und Netzverfügbarkeit rechnen.


Die schlechte Nachricht: vor allem mit älteren Handys und günstigeren Geräten kann es sein, dass man vom Wechsel auf LTE nicht profitiert, weil das Gerät noch kein 4G/LTE unterstützt. Es gibt nicht mehr viele Smartphones auf dem Markt, die kein 4G können, aber wenn man so ein Handy noch hat, ist man leider von schnellen Datenverbindungen durch die 3G Abschaltung abgeschnitten. Es gibt in dem Bereich leider auch keine Möglichkeit eines Updates – man benötigt einfach ein neues Smartphones, das LTE unterstützt (kann auch ein gebrauchtes Gerät sein).

Prepaid Tests: das sagen die Experten der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest veröffentlicht regelmäßig die aktuellen Tarif und Tabletten mit Rankings der Prepaid Anbieter nach Nutzungsverhalten getrennt. Dazu gibt es auch immer wieder Tests, die darüber hinaus gehen. Oft werden dabei aber auch Postpaid Tarife auch Rechnung mit einbezogen. Man sollte daher genau hinschauen, welche Abrechnung ein empfohlener Tarif bietet. Im Test 7/2017 hat die Stiftung Warentest einen wichtigen Hinweis für alle Mobilfunk-Nutzer, der hilft, bares Geld zu sparen:

Die Erfahrung zeigt, dass Mobil­funk­kunden ihr Telefonie­verhalten oft zu hoch einschätzen. Mitunter schließen sie Lauf­zeit­verträge mit Flatrates ab, die sie nicht ausnutzen und auf die Dauer zu teuer sind. Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass in Deutsch­land 2016 pro Sim-Karte im Schnitt nur etwa 70 Minuten im Monat telefoniert wurde. Der Wechsel von Lauf­zeit­verträgen zu Prepaid-Tarifen kann deshalb eine Menge Geld sparen. Die Discounter­tarife kommen auch für alle in Frage, die nicht gerne Supermärkte betreten. Die meisten Tarife lassen sich problemlos per Bank­einzug akti­vieren. Lediglich bei zwei Anbietern kann das Guthaben ausschließ­lich an der Supermarktkasse aufgestockt werden.

Daneben gibt es auch einen neueren Test von 2020 zu den Prepaid Datenvolumen und Datentarifen, aber diese ist nur kostenpflichtig zu nutzen und daher nur dann eine Alternative, wenn man dafür zahlen möchte.

Man sollte sich generell nicht auf das eigene Gefühl verlassen, sondern im besten Falle direkt nachmessen, wie hoch der tatsächliche eigene Verbrauch ist. Nur dann bekommt man verlässliche Werte, die man in eine Berechnung einbeziehen kann. Dazu gibt es vor allem große (und damit teure) Datenflat im Prepaid Bereich eher selten. Man findet zwar Tarife mit 5GB aber Angebote mit 10GB Tarifen und darüber hinaus sind eher selten. Auch die Prepaid Allnet Flatrates haben in der Regel weniger Datenvolumen als ihre Pendants im Postpaidbereich – insgesamt werden die Unterschiede aber mittlerweile geringer.

WISO – Das Verbrauchermagzin beim ZDF mit einem Prepaid Test

Bei ZDF beschäftigen sich vor allem die Redakteure von WISO mit dem Thema Prepaid – wenn auch bei weitem nicht so ausführlich wie die Stiftung Warentest. Trotzdem sind Prepaidkarten und Tarife immer wieder Teil der Berichterstattung und werden vor allem dann mit getestet und erwähnt, wenn es Probleme gibt oder sich Neuerungen in diesem Bereich ergeben haben. Beim Verbrauchermagazin WISO (im ZDF) empfiehlt man Prepaid Tarife vor allem für Kinder und Jugendliche. Dort schreibt man:

Für jüngere Kinder eignen sich Prepaid-Tarife mit einem bestimmten Guthaben und damit voller Kostenkontrolle. Vorteil: Auch wenn das Guthaben aufgebraucht ist, ist Ihr Kind erreichbar. Nachteil: Die mobile Internetnutzung ist bei vielen Prepaid-Tarifen sehr teuer.

Leider geht das Magzin aber nur wenig auf den Unterschied von echten und unechten Prepaid Tarife ein. Bei unechtem Prepaid kann es durchaus sein, dass man ins Minus rutscht, weil die Abrechnung nicht zeitgleich erfolgt. Bis Kosten abgerechnet sind, kann man daher durchaus auch Minus machen. Gerade bei Prepaid für Kinder und Jugendliche sollte man daher dringend darauf achten, Prepaid Anbieter mit echtem Prepaid zu wählen.

Finanz-Tip empfiehlt die teuren Netzbetreiber-Tarife

Finanz -Tip beschäftig sich auch immer wieder mit Prepaid Tarife und allgemein dem Mobilfunk. Der Prepaid Bereich wird hier extra aufgeführt, eine komplette Tariftabelle wie bei der Stiftung Warentest haben die Tester hier aber nicht. Bei Finanz-Tip hat man auch konkrete Empfehlungen im Test zum Thema Prepaidkarten. Das Magazin schreibt dazu:

Empfehlenswerte Prepaid-Tarife für Wenignutzer sind „Magenta Mobil Start M“ von der Telekom und Vodafones Tarif „Smartphone Special“. Für Vielnutzer empfehlen wir die „Callya Smartphone Allnet-Flat“ von Vodafone. Diese Handytarife funken in den Mobilfunknetzen der Deutschen Telekom (D1) und von Vodafone (D2), die beide dem Handynetz von Telefónica (O2) deutlich überlegen sind. Das kann Eltern ein beruhigendes Gefühl geben, weil sie ihr Kind möglichst sicher erreichbar wissen.

So ganz nachvollziehbar ist diese Empfehlung allerdings nicht. Wenig-Nutzer haben oft nur geringe monatliche Rechnungsbeträge und liegen damit oft bei weniger als 5 Euro monatlich auf der Handyrechnung. Daher sind die Callya Special und MagentaMobil Prepaid Tarife für Wenignutzer aufgrund der Kosten von etwa 10 Euro monatlich teilweise schon wieder zu teuer. So könnte man mit geringeren monatlichen Kosten auf die Congstar Tarife und den Tarifbaukasten des Unternehmens zurück greifen. Damit würde man zwar auch LTE verzichten, aber dennoch Zugang zum gut ausgebauten Telekom D1 Netz bekommen.

Von daher sollte man sich speziell auf diesen Tipp nicht unbedingt komplett verlassen, sondern besser noch mal selbst nachrechnen, welche Tarife wirklich günstig sind und zum eigenen Nutzungsverhalten passen. Da die Prepaid Sim aber in der Regel nur kurze oder keine Laufzeiten haben, ist es auch möglich zu testen und auszuprobieren, welcher Anbieter passt.

Insgesamt fällt auf, dass bei allen drei Portalen die Tendenz besteht, Prepaid Tarife und Prepaidkarten vor allem beim Jugendlichen zu verorten. Erwachsene haben dann eher einen normalen Handyvertrag. Das ist natürlich nicht wirklich plausibel, denn Prepaid ist nicht an ein Alter gebunden, sondern vor allem an das Nutzungsverhalten. Das kann bei Erwachsenen durchaus auch so ausfallen, das Prepaid sinnvoll ist und umgekehrt sind viele Jugendliche mit Flatrates besser beraten.

Prepaid – das sagen die Verbraucherzentralen

Die Verbraucherzentralen haben Ratgeber für viele Bereiche der Prepaid Tarife bereit gestellt, konkrete Tarifempfehlungen oder Tests von Prepaid Sim gibt es dort aber nicht. Das ist auch nicht die Aufgabe der Verbraucherzentralen. Dennoch gibt es einige gute Hinweise, was man bei der Tarifauswahl beachten sollten und was dafür spricht, zu einer Prepaid Handykarte zu greifen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband schreibt zu den Vorteilen der Prepaid Tarife:

  • Es können keine überhöhten „Horrorrechnungen“ entstehen, im Zweifelsfall ist maximal das Guthaben verloren.
  • Der Tarif kann kurzfristig, meist monatlich, individuell angepasst werden. Zum Beispiel kann für den Urlaub einen Monat lang ein höheres Datenvolumen gebucht werden und danach wieder auf den normalen Tarif zurück gewechselt werden.
  • Der Tarif kann kurzfristig gekündigt werden. Es gibt keine Vertragsbindung über 24 Monate.
  • Die Rufnummernmitnahme ist auch bei Prepaid-Verträgen möglich.

Weitere Prepaid Vorteile und auch Nachteile haben wir hier zusammengestellt: Vorteile und Nachteile von Prepaid Sim

Die Verbraucherzentrale ist aber an sich vor allem dann ein guter Ansprechpartner, wenn es mit einem Prepaid-Tarif Probleme gibt – beispielsweise bei der Kündigung, der Auszahlung des Prepaid Guthabens oder eventuell auch bei Problemen mit dem Netz.

Prepaid Test: das Mobilfunk-Netz beachten

Unabhängig von den Testergebnissen sollen man auch das Handynetz beachten, denn eine gute Prepaid Karte nützt wenig, wenn man sie vor Ort kaum nutzen kann, weil kein schnelles Netz angeboten wird. Dazu gibt es einige Funktionen nur in bestimmten Netzen – Vodafone bietet im Prepaid Bereich beispielsweise noch keine eSIM Tarife an. Dafür gibt es im O2 Netz noch kein 5G Prepaid und MultiSIM findet man dagegen nur im O2 Netz bei den Prepaid Angeboten von Sipgate. Es kann also sinnvoll sein, zuerst das passende Netz auszuwählen und dann zu schauen, was man an Tarifen im Test findet. In den Großstädten hat man in der Regel in allen Netze richtig gute Abdeckung, hier kann man also im Prepaid Bereich aus dem Vollen schöpfen.

Video: Hinweise zur Tarifauswahl

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