Prepaid Smartphone Tarife im Vergleich – Wann lohnen sie sich?

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Smartphones haben mittlerweile die Handys komplett ersetzt

Prepaid Smartphone Tarife im Vergleich – Viele Prepaid Anbieter haben neben den normalen Prepaidtarifen ohne Grundgebühr und ohne Laufzeit auch Smartphone Tarife auf Prepaid Basis mit im Portfolio. Bei diesen Handytarife bekommt man in der Regel eine Kombination aus Minute, SMS und Internet Flatrate zum monatlichen Pauschalpreis.Das ist vor allem dann interessant, wenn man ohnehin eine Internet-Flatrate benötigt, was bei der Nutzung von Smartphones fast immer der Fall ist.

Aufgrund der Prepaidabrechnung müssen die monatlichen Kosten dabei vor der Buchung bezahlt werden. Es muss also genug Guthaben auf der Prepaidkarte sein, damit der Smartphone Tarif genutzt werden kann. In der Regel haben daher alle diese Prepaid Angebote einen Grundtarif, der immer dann genutzt wird, wenn kein Guthaben mehr vorhanden ist. Dann gibt es keine Freiminuten und keine Internet Flat mehr sondern es wird das abgerechnet, was auch verbraucht wird.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Prepaid Smartphone Tarifen und normalen Handytarifen?

Die Unterschiede zwischen Prepaid- und Postpaid Tarifen sind in der Regel in drei Bereichen zu finden: Einmal ist die Abrechnung natürlich anders, während man im Prepaid Bereich den monatlichen Preis vorher bezahlt wird er bei normalen Handytarifen am Ende des Monats (bzw. des gebuchten Zeitraumes) abgerechnet. Darüber hinaus haben Prepaid Smartphone Tarife in der Regel immer einen Laufzeit von 28 oder 30 Tagen und können danach auch wieder gekündigt der geändert werden. Bei normalen Handytarifen gibt es auch viele Angebote mit einer längeren Laufzeit von bis zu 24 Monaten. Man muss dort also genauer hin schauen, welche Vertragslaufzeit genutzt wird.

Ein weitere Unterschied liegt im Preis. Je nach Anbieter und Netz sind Prepaid Tarife teilweise etwas teurer als die vergleichbaren Angebote mit monatlicher Rechnung. Da sich die Konditionen aber sehr schnell ändern und es häufiger Aktionsangebote gibt, sollte man hier nachrechnen und sich nicht pauschal darauf verlassen. Gerade bei den Allnet Flatrates, die sich natürlich auch sehr gut für moderne Smartphones eignen, sind die normalen Handytarife meisten billiger. Prepaid Allnet Flat (beispielsweise von Blau.de oder Discotel) haben hier oft noch höhere Kosten.


Ein weiterer Punkt: normale Handytarife bieten oft mehr Technik und Funktionen. So gibt es nach wie vor keine Prepaid Tarife mit MultiSIM. Auch VoLTE Prepaid Sim sind selten, genau so wie WLAN Call. eSIM Prepaid Karten sind auch eher die Ausnahme und 5G gibt es bisher nur bei den Telekom Prepaid Handykarten. Wer also etwas mehr Komfort und Technik haben möchte, findet diese häufig nur bei normalen Handytarifen auf Rechnung.

Vor allem wohl wegen des Preises haben Prepaidkarten in den letzten Jahren an Marktanteilen verloren und sind mittlerweile deutlich seltener zu finden. Auch die Zahl der Anbieter hat sich reduziert, dennoch findet man mittlerweile auch im Prepaid Bereich sehr gute Angebote für Smartphones.

Prepaid Tarife mit und ohne Hardware

Die meisten Smartphonetarife auf Prepaidbasis sind reine Simonly-Tarife bei denen es die reine Simkarte ohne jede weitere Hardware gibt. Teilweise bekommt man auch Prepaidbundles aber die Hardware in diesen Paketen (Kaufpreis von 50 bis 150 Euro) ist in der Regel eher technisch wenig interessant. Es werden eher Einsteigergeräte zu günstigen Preisen angeboten.

Das ist auch der Nachteil von Prepaid Smartphone-Tarifen: Man bekommt keine günstige oder subventionierte Hardware mit dazu. Wer also nach Spitzenmodellen (etwa der neusten iPhone-Generation oder dem kommenden Samsung Galaxy S-Modellen) sucht, ist daher bei dieser Variante der Smartphone Tarife eher falsch. Auch mittlerweile etwas günstigere Geräte wie das HTC 10 sind nicht per Prepaid erhältlich. Die Kombination aus (teurem) Smartphone + Tarif gibt es bei normalen Handytarifen oder Allnet Flatrates in der Regel besser, denn dort gibt es Mindestvertragslaufzeiten von 24 Monaten und damit die Möglichkeit das Handy auch über 24 Monate abzubezahlen. Damit werden auch teure Geräte zu relativ überschaubaren Monatsraten möglich.

Die neuen Prepaid Jahrespakete mit Handys und Smartphones

Mit dem Jahrespaketen haben die Prepaid Anbieter eine neue Form der Tarife eingeführt, die seit 2020 besonders häufig bei den O2 Anbietern aber auch im D1 Netz zu finden sind. Dabei bucht und bezahlt man einen Tarif für ein ganzes Jahr und hat danach keine Kosten mehr. In der Regel sind Prepaid Allnet Flat darin enthalten und man kann auch direkt ein Smartphone dazu buchen – der Preis fällt dann durch das Jahrespaket weniger ins Gewicht als bei einem Monatsangebot. Am Ende der Laufzeit endet das Jahrespaket automatisch und man kann das Smartphones dann mit einer neuen Simkarte nutzen oder man verlängert die Flat um ein weiteres Jahr und nutzt sie mit dem Handy weiter.

O2 schrieb zum Start der neuen Angebote:

O2 startet ein neues Prepaid-Jahrespaket für O2 Kunden: Das „Alles-drin“-Jahrespaket besteht aus 12 GB Highspeed-Datenvolumen und einer Allnet-Flat für Telefonie und SMS und ist ab dem 24. November erhältlich. Mit dem Smartphone-Jahrespaket können O2 Prepaid-Kunden an 365 Tagen im Jahr für einmalig 69,99 Euro flexibel telefonieren und surfen.1 Es steht direkt nach der Einmalzahlung zur Verfügung. Das Datenvolumen lässt sich bei voller Kostenkontrolle über das gesamte Jahr verteilen. Zwei attraktive Bundles mit dem Samsung Galaxy A20e für nur 149,99 Euro2 oder mit dem Xiaomi Redmi 9A für einmalig 119,99 Euro3 ergänzen das Angebot.

Die Jahrespakete inklusive Prepaid Allnet Flat findet man mittlerweile in verschiedenen Größen. Je nach Datenvolumen liegt der Preis dann bei 60 bis 180 Euro und man sollte genau hinschauen, ob wirklich eine komplette Flatrate enthalten ist oder eventuell nur Freiminuten oder Freieinheiten.

Prepaid Jahrespakete lohnen sich vor allem für Nutzer, die wenig Aufwand mit den Tarifen haben wollen. Dann ist die Buchung einmal pro Jahr genau richtig und das Handy dann nur ein interessanter Bonus (den man aber auch weglassen kann und dann den Aufpreis für die Geräte spart). Dazu werden auch bei diesen Paketen in der Regel die günstigeren Geräte verkauft – Topmodelle lassen sich auf diese Weise nicht finanzieren, auch mit einer Jahresflatrate nicht.

Das richtige Netz – auch bei Prepaid Smartphone Tarifen wichtig

Da ein Smartphone Tarif in erster Linie auch den Zugang zum mobilen Internet gewährleisten muss, ist die Auswahl des richtigen Netzes wichtig. Gerade im Bereich der mobilen Datenübertragung unterscheiden sich die Mobilfunk-Netz in Deutschland doch noch deutlich.

Prepaid im D1-Netz der Telekom bietet nach wie vor sehr guten und stabilen Internet-Zugang auch im ländlichen Bereich. Die O2 und Eplus Tarife können derzeit da nicht mithalten, haben allerdings den Vorteil, dass man durch die Zusammenlegung der Netze gegenseitig das UMTS Netz mit nutzen kann. Das bringt in einigen Regionen durchaus Vorteile, den Vorsprung der D-Netze holt O2 damit aber nicht ein. Mittlerweile wurde auch noch das LTE Netz bei Eplus abgeschaltet und die Karten roamen damit im O2 Netz, wenn LTE verfügbar ist. Einige Discounter (wie Blau und ALDI) sind mittlerweile auch komplett auf O2 umgestellt. Wie genau sich die Netzqualität entwickeln wird, ist derzeit aber noch weitgehend unklar. Sicher ist, das viele Nutzer über den Kundenservice bei O2 klagen – das Netz tritt dabei eher in den Hintergrund.

LTE und 5G bei den Prepaid Smartphone Tarifen

LTE ist nach der Abschaltung von 3G bei fast allen Prepaid Tarife mittlerweile Standard, aber beim möglichen Speed gibt es deutliche Unterschiede. LTE max bieten nur die Prepaid Sim Karten der Netzbetreiber selbst und die Drittanbieter müssen in der Regel mit maximalen Geschwindigkeiten von 25 bis 50MBit/s auskommen. Selbst die Netzbetreiber-Töchter Otelo und Congstar bekommen nicht mehr Speed. Wer richtig schnelles LTE haben möchte, muss daher zu den originalen Prepaid Sim von Telekom, Vodafone und O2 greifen.

Der Markt ist bei LTE nach wie vor zweigeteilt, wie auch die Grafik oben zeigt. Es gibt die originalen Netzbetreiber Tarife und diese haben schnelles LTE. Für Drittanbieter und Discounter in den jeweiligen Netzen bleibt dagegen in erster Linie langsames LTE (bis maximal 21 oder 25MBit/s) übrig und teilweise haben die Anbieter immer noch keinen Zugriff auf LTE und müssen mit HSDPA und UMTS surfen.

Wer LTE im Prepaid Bereich haben möchte, sollte daher vor allem zu den bekannten Marken greifen. Vodafone Callya, die Telekom und auch die O2 Prepaid Tarifen haben bereits offiziell LTE und auch die Geschwindigkeiten sind recht hoch. Bei Vodafone und der Telekom wird sogar LTE max angeboten – man surft also immer so schnell, wie es das Netz gerade erlaubt. Eine Limitierung gibt es dabei nicht.

Im 5G Bereich sieht es noch schlechter aus. Bisher haben nur die Telekom und Vodafone ihre eigenen Prepaid Marken mit LTE versorgt und auch dort in erster Linie nur gegen Aufpreis. Man zahlt 3 Euro für 4 Wochen, wenn man diese Technik nutzen will. Bei den Drittanbietern gibt es diese Option bisher noch gar nicht. Man muss als zu den Prepaid Sim von Telekom oder Vodafone greifen, wenn man 5G nutzen will. Dazu benötigt man auch noch ein passendes 5G Smartphones, dass diese Technik bereits unterstützt und darüber hinaus muss der Netzbetreiber auch bereits das Netz am eigenen Standort mit 5G ausgebaut haben. Hier hat die Telekom aktuell die besten Karten, weil bisher die meisten Menschen mit 5G erreicht werden, aber auch Vodafone kann bereits mehrere Millionen Menschen mit 5G erreichen (wenn diese es wünschen).

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