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Prepaid kündigen – Guthabenauszahlung, Rufnummernmitnahme und was man sonst noch beachten sollte

Prepaid kündigen – Guthabenauszahlung, Rufnummernmitnahme und was man sonst noch beachten solltePrepaid Tarife und Prepaidkarten haben oft keine langen Laufzeiten und können damit sehr schnell und einfach auch wieder gekündigt werden. Trotzdem stellen sie natürlich rechtlich gesehen ein Vertragsverhältnis (im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches dar) und daher sollte man nicht genutzt Prepaid Vertäge auch wieder kündigen. Teilweise werden diese Simkarten auch vom Anbieter gekündigt, wenn man sie nicht regelmäßig nutzt – darauf sollte man sich aber im Zweifel nicht verlassen.

Mittlerweile gibt es in diesem Bereich auch einige sehr verbraucherfreundliche Urteile. Grob zusammengefasst haben Prepaid Kunden bei einer Kündigung daher folgende Rechte:

  • das Prepaid Guthaben, das noch auf der Simkarte war, muss auch wieder ausgezahlt werden und dies ohne die Berechnung von extra Gebühren
  • die genutzte Rufnummer der Simkarte muss mitgenommen werden können (allerdings dürfen Anbieter dafür Gebühren verlangen)
  • ältere Bedingungen wie Kartenpfand oder Ähnliches sind nicht mehr zulässig.

Wie sollte eine Kündigung bei einer Prepaid Karte aussehen?

Prinzipiell sind die rechtlichen Anforderungen an eine Kündigung im Prepaidbereich identisch mit denen bei Handyverträgen und Allnet Flat. Man sollte im besten Fall schriftlich kündigen. Mittlerweile geht dies auch per Mail. Beim Kündigungsschreiben selbst sollte neben der Kündigung an sich auch die Kundendaten mit enthalten sein, damit der Anbieter auch Zuordnen kann, welcher Vertrag gekündigt werden soll. In der Regel reicht dafür die Kundennummer, hat man mehrere Prepaidkarten beim gleichen Anbietern, ist es sinnvoll, auch die Rufnummer mit anzugeben.

Wer sich in diesem Bereich unsicher ist, wie ein korrektes Kündigungsschreiben auszusehen hat, kann auch Vorlagen aus dem Internet nutzen. Diese sind kostenfrei oder gegen geringe Gebühr zu haben, oft werden die Kündigungsschreiben dann auch direkt (und rechtssicher) an den jeweiligen Anbieter weiter geleitet.

Kündigung oder Verzichtserklärung?

Im Prepaid Bereich nutzen viele Anbieter statt einer formalen Kündigung eine sogenannte Verzichtserklärung, die rechtlich gesehen aber eine Kündigung entspricht. In der Verzichtserklärung enthalten ist in der Regel der Passus, das man auf die Dienstleistungen des Anbieters verzichtet. Bei den Vodafone Callya Karte heißt es beispielsweise dazu:

Ich verzichte gegenüber Vodafone auf die Bereitstellung von CallYa-Dienstleistungen ab dererfolgreichen Portierung der Rufnummer zum neuen Anbieter und bin damit einverstanden, dass derdieser Rufnummer zugrundeliegende CallYa-Vertrag zum selben Zeitpunkt endet.
Das ist praktisch gesehen eine Kündigung. In älteren Formularen findet man oft noch den Passus, dass man auf die Auszahlung des Guthabens verzichtet. Das ist mittlerweile nicht mehr notwendig, man hat auch bei einer Kündigung das Recht auf das Guthaben auf der Karte.
Die Verzichtserklärungen der großen Anbieter findet man hier:

Mittlerweile gehen immer mehr Anbieter dazu über, die Verzichtserklärung weg zu lassen und den Vertrag zu kündigen, wenn von einem neuen Anbieter eine Anfrage zur Rufnummernübernehmen herein kommt. Das macht es für die Kunden etwas einfacher, Prepaidkarte zu kündigen und zu einem neuen Anbieter zu wechseln.

Die Auszahlung von vorhandenem Guthaben aber der Prepaid Karte

Wie bereits oben beschrieben darf Guthaben auf einer Prepaidkarte mittlerweile nicht mehr verfallen. Stattdessen haben Kunden auch bei einer Kündigung das Recht, sich das Guthaben auszahlen zu lassen.

Im besten Falle sollte man dem Anbieter direkt in der Kündigung mitteilen, dass man das noch bestehende Guthaben auf der Simkarte ausgezahlt haben möchte und ihm in diesem Zuge auch mitteilen, welche Kontoverbindung er für die Auszahlung nutzen soll.

Allerdings muss nicht in jedem Fall alles Guthaben ausgezahlt werden. Einige Anbieter überweisen beispielsweise nicht das Aktionsguthaben und auch kein Startguthaben. Ob das rechtens ist, müsste man gerichtlich klären lassen, bisher ist dies aber leider oft so normale Praxis bei der Auszahlung von gekündigtem Prepaid Guthaben.

Die Mitnahme der alten Rufnummer der Prepaidkarte

Die Mitnahme der alten Rufnummer sollte dem Anbieter im besten Fall direkt bei der Kündigung mit geteilt werden. Die Portierung kann dabei frühstens 3 Monate vor dem Kündigungstermin und bis zu 90 Tagen nach der Kündigung beauftragt werden (auf Kulanz). Dabei entstehen allerdings Kosten die je nach Anbieter um die 30 Euro betragen können. Diese Gebühren müssen als Prepaid Guthaben auf der Karte vorhanden sein, sonst kann die Portierung nicht eingeleitet werden. Dazu müssen die Kundendaten identisch sein. Congstar schreibt beispielsweise bei der Portierung einer Rufnummer zur Congstar Prepaidkarte dazu;

Wichtig: Deine Angaben zu (vollständigem) Namen und Geburtsdatum müssen mit den Angaben bei deinem bisherigen Anbieter übereinstimmen. Andernfalls gibt dein bisheriger Anbieter die Rufnummer nicht zur Portierung frei. Bei der Hotline deines bisherigen Anbieter kannst du nach deinen aktuellen Daten gegebenenfalls noch einmal nachfragen.
TIPP: Achte darauf, dass du auf deinem Handy ausreichend Guthaben für die Portierungsgebühr hast. Diese bekommst du von uns nach der Portierung erstattet. Die Höhe der Portierungsgebühr (i. d. R. 25 €) erfährst du von deinem bisherigen Anbieter.

Insgesamt sollte man sehr darauf achten, dass die Mitnahme der Rufnummer und auch der Termin dazu bestätigt wird. kommt keine Bestätigung durch den alten Anbieter sollte man dringend nachfragen, denn dann ist in der Regel etwas schief gelaufen und das bedeutet unter Umständen, dass man eine Zeit lang ohne Handy da steht.

Welche Kosten entstehen durch die Mitnahme der Rufnummer?

Die Mitnahme der alten Rufnummer ist leider immer mit Kosten verbunden, denn der alte Anbieter berechnet für die Freigabe der Rufnummer und die Bearbeitung eine Gebühr. Diese ist gedeckt und darf daher nicht mehr als etwa 32 Euro betragen, bei den meisten Anbietern liegt sie etwas darunter.

Bei manchen Anbieter bekommt man allerdings eine entsprechende Gutschrift, wenn man die alte Rufnummer mit bringt. Damit gleichen sich die Kosten wieder aus.

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