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Anonyme Prepaidkarte ohne Registrierung und Legitimation – diese Möglichkeiten gibt es noch

Anonyme Prepaidkarte ohne Registrierung und Legitimation – diese Möglichkeiten gibt es noch – Eine Registrierung gab es bei Prepaidkarten und Tarifen schon immer, mittlerweile wollen aber alle Anbieter auch noch den Ausweis der Verbraucher erfassen und die Daten speichern, bevor die Simkarte genutzt werden kann. Das ist oft technisch ansprchsvoll und ein zusätzlicher Aufwand, so dass sich viele Nutzer fragen, ob es noch Möglichkeiten gibt, Simkarten auch ohne Ausweiskontrolle zu erwerben. In diesem Artikel wollen wir die neuen Regelungen erklären und auch zeigen, welche Möglichkeiten für Verbraucher noch bestehen, Prepaid Tarife ohne Legitimation zu bekommen.

Die aktuelle gesetzliche Situation in Deutschland

Der Gesetzgeber hat im neuen Telekommuniktionsgesetzt im §111 den Zwang zur Kontrolle und Speicherung der Ausweisdaten hinterlegt. Hintergrund ist die Angst von Terroranschlägen und die Bedenken, das anonyme Prepaidkarten zur Vorbereitung solcher Anschläge genutzt werden könnten. In der Praxis müssen damit aber jetzt ALLE Neukunden im Prepaid Bereich mit dem Ausweis erfasst werden.

Im §111 des Telekommunikationsgesetzt (TKG) ist dazu mittlerweile fest gehalten:

Bei im Voraus bezahlten Mobilfunkdiensten ist die Richtigkeit der nach Satz 1 erhobenen Daten vor der Freischaltung zu überprüfen durch

1. Vorlage eines Ausweises im Sinne des § 2 Absatz 1 des Personalausweisgesetzes,
2. Vorlage eines Passes im Sinne des § 1 Absatz 2 des Passgesetzes,
3. Vorlage eines sonstigen gültigen amtlichen Ausweises, der ein Lichtbild des Inhabers enthält und mit dem die Pass- und Ausweispflicht im Inland erfüllt wird, wozu insbesondere auch ein nach ausländerrechtlichen Bestimmungen anerkannter oder zugelassener Pass, Personalausweis oder Pass- oder Ausweisersatz zählt,
4. Vorlage eines Aufenthaltstitels,
5. Vorlage eines Ankunftsnachweises nach § 63a Absatz 1 des Asylgesetzes oder einer Bescheinigung über die Aufenthaltsgestattung nach § 63 Absatz 1 des Asylgesetzes,
6. Vorlage einer Bescheinigung über die Aussetzung der Abschiebung nach § 60a Absatz 4 des Aufenthaltsgesetzes oder
7. Vorlage eines Auszugs aus dem Handels- oder Genossenschaftsregister oder einem vergleichbaren amtlichen Register oder Verzeichnis, der Gründungsdokumente oder gleichwertiger beweiskräftiger Dokumente oder durch Einsichtnahme in diese Register oder Verzeichnisse und Abgleich mit den darin enthaltenen Daten, sofern es sich bei dem Anschlussinhaber um eine juristische Person oder Personengesellschaft handelt,

soweit die Daten in den vorgelegten Dokumenten oder eingesehenen Registern oder Verzeichnissen enthalten sind. Die Überprüfung kann auch durch andere geeignete Verfahren erfolgen; 

Deutschen Anbieter von Prepaid Tarifen sind also inzwischen gesetzlich verpflichtet, bei Prepaid Simkarten die Ausweisdaten zu erfassen. Dies gilt aber nur für neue Handykarten. Bestehende Prepaid Tarife können weiter anonym genutzt werden, falls sie ohne Namen registriert wurden.

Die Regelungen gelten dabei für alle Prepaid Anbieter. Sowohl die großen Netzbetreiber wie Telekom Prepaid und Vodafone Callya sind davon betroffen als auch Discounter wie Congstar, Discotel oder FYVE.

Gibt es noch anonyme Prepaidkarten?

Beim Neukauf gibt es derzeit in Deutschland keinen Prepaid Anbieter, der noch anonyme Simkarte verkauft. Wer nach Prepaid ohne Ligitimierung sucht, muss daher zu anderen Varianten greifen:

  • gebrauchte Simkarte müssen nicht registriert werden. Wer also eine passende Prepaid Karte bei Ebay oder auf einen anderen Portal von privat kauft, kann diese in der Regel weiter nutzen, ohne das ein Ausweis vorgelegt werden muss. Allerdings bekommt man dann oft auch nicht die neusten Tarife und zahlt unter Umständen etwas mehr als bei den billigsten Tarifen derzeit
  • Prepaid Karten aus dem EU Ausland müssen oft nicht angemeldet sein, lassen sich aber dank Roaming-Regulierung mittlerweile auch in Deutschland sehr kosten günstig nutzen. Wo es in der EU noch Länder ohne Ausweispflicht gibt, ist auf dieser Karte zu finden. Je nach Wohnort bieten beispielsweise Dänemark oder Tchechien kostenlose Prepaid Simkarten an.

Der Einsatz von ausländischen Prepaidkarten ist aber nicht ganz so einfach und hat noch einige Limitierungen. Bei Netzpolitik.org schreibt man dazu:

Denn die sogenannte Fair-Use-Policy beschränkt die Nutzung im EU-Ausland. Ein Betreiber kann zusätzliche Gebühren erheben, wenn sich ein Nutzer in einem Zeitraum von mindestens vier Monaten mehr im Ausland als im Land des SIM-Karten-Anbieters aufgehalten hat. Danach müssten sich Nutzer öfters eine neue SIM-Karte samt neuer Telefonnummer zulegen – für die meisten vermutlich kaum eine alltagstaugliche Lösung. Zudem gibt es Anbieter, die überhaupt keine Roaming-Option anbieten, denn sie sind nicht dazu verpflichtet. Nationale Regulierungsbehörden können außerdem Netzbetreibern Ausnahmen von der EU-Regelung genehmigen.

Insgesamt ist es damit zwar nicht einfach, aber nach wie vor möglich, anonyme Simkarten zu bekommen. Damit wird auch der Sinn dieser Maßname weitgehend hinfällig, denn wahrscheinlich werden genau, die, die man mit dieser Maßnahme treffen wollte, eben die oben genannten Möglichkeiten ausnutzen. Der Dumme ist an der Stelle der normale Verrbaucher, der einen deutlichen Mehraufwand hat und nicht mehr anonym telefonieren oder mobil Surfen kann.

Video: Congstar zur Ausweiskontrolle bei Prepaid Tarifen

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