Allgemein

Maßgeschneiderter Prepaid-Tarif – lassen sich die Tarife anpassen?

Für Wenigtelefonierer oder für das Zweithandy sind Prepaid-Tarife ideal. Mittlerweile gibt es jedoch so unterschiedliche Prepaid-Möglichkeiten, dass sich diese Variante für viele Nutzergruppen lohnt. Prepaid-Tarife bieten eine absolute Kostenkontrolle, können einzig für eine Auslandsreise genutzt werden, aber auch im Alltag lassen sie sich auf die eigenen Bedürfnisse zurechtschneiden. Dieser Artikel erklärt, wie das geht und worauf Nutzer achten sollten.

Abbildung 1: Was brauche ich und was kann mein Prepaid-Tarif mir bieten? Wie stark lassen die Tarife sich anpassen?

Was brauche ich eigentlich?

Diese Frage sollte sich jeder auch bei einem Prepaid-Tarif stellen. Denn die Antwort darauf gibt Auskunft darüber, welche Inhalte der Anbieter an sich bieten muss:

  • Auslandstelefonate – vielfach werden Prepaid-Tarife dazu genutzt, um auf längeren Auslandsreisen günstig zu telefonieren, oder aber, um regelmäßig ins Ausland zu telefonieren. Es gibt spezielle Anbieter, die einige Tarife für diesen Zweck anbieten. Die Telefonate von Deutschland aus in das jeweilige Land sind in diesen Fällen besonders günstig, weshalb sich die Prepaid-SIM auch als Zweitkarte lohnt.
  • Telefonie – wie sieht es mit der eigenen Telefonie aus? Wer wirklich nur hin und wieder mal vom Handy aus telefoniert, der kommt oft gut mit den ursprünglichen Tarifen zurecht. Hierbei werden die Telefonate minutengerecht abgerechnet. Diese Variante eignet sich jedoch nur für Wenigtelefonierer. Für alle anderen gibt es aber auch Telefoniepakete, die wiederum eine Flatrate oder ein Minutenpaket darstellen.
  • Internet – auf dem Smartphone wünschen die meisten Nutzer natürlich, dass sie Zugriff auf das Internet haben. Der jeweilige Tarif muss diesem Wunsch entsprechen. Es ist davon abzuraten, eine Prepaid-Variante zu wählen, bei der das Internet nach verbrauchten Daten abgerechnet wird. Dies geht schnell ins Geld und das Guthaben ist aufgebraucht.

Eine andere Frage ist, ob SMS noch in einem Paket inbegriffen sein müssen oder ob diese auch einzeln abgerechnet werden müssen. Die meisten Anbieter rechnen eine SMS mit Centbeträgen ab – wer nur selten mal eine Nachricht auf diesem Weg versendet, der braucht kein eigenes Paket.

Passgenaue Tarife finden

Generell gilt, dass auch Prepaid-Tarife miteinander verglichen werden sollten. Natürlich funktionieren sie alle nach demselben Prinzip und erfordern eine Aufladung des Guthabenkontos. Auch bieten die meisten Tarife zumindest ähnliche Inhalte. Doch wie so häufig kommt es auf die Details an:

  • Guthabenkonto – wie ist dieses erreichbar und aufladbar? Viele Anbieter arbeiten mit einem Online-Kundenkonto, welches der Nutzer selbst betreut. Über dieses kann das Guthaben aufgeladen werden, was meist per Überweisung geschieht. Es gibt aber auch Anbieter, die das Lastschriftverfahren anbieten. Dieses ist immer dann nützlich, wenn feste Pakete gebucht werden. Auch für Kinder und Jugendliche, die noch keinen »echten« Handyvertrag erhalten sollen, ist diese Option bestens geeignet. Die Eltern legen einen Betrag fest, der zu einem bestimmten Zeitpunkt per Lastschrift aufs Guthabenkonto gebucht wird.
  • Netz – der nächste Vergleichspunkt ist die Nutzung des Handynetzes. Mit welchem Netz arbeitet der Prepaid-Anbieter zusammen? Nutzer sollten sich vorab umhören und prüfen, wie die Verfügbarkeit des Netzes in der eigenen Region ist. Es bringt nichts, wenn der Anbieter zwar tolle Tarife hat, das Netz im Sauerland aber sprichwörtlich nur vom Scheunendach aus erreicht wird.
  • Optionen – nun entscheiden die verfügbaren Optionen über den Prepaid-Anbieter und einen Tarif. Stellt er Optionen, beispielsweise feste Datenpakete, Telefoniepakete oder auch Musikstreams zur Verfügung? Wie läuft die Buchung der Optionen?

Letztendlich ist es sinnvoll, sich einmal eine Stunde Zeit zu nehmen und die möglichen Prepaid-Anbieter gegenüberzustellen. Dabei ist der Umfang der möglichen Leistungen beinahe wichtiger, als der eigentliche Preis. Zudem gilt es zu prüfen, ob die Prepaid SIM Karte kostenlos verschickt wird oder ob sie kostet. Einige Anbieter versenden zwar die normalen SIM-Karten ohne Aufpreis, doch erheben sie eine Gebühr bei Mikro-SIMs.

Tarife anpassen

Mittlerweile hat es sich praktisch eingebürgert, dass fast alle Prepaid-Anbieter mit Optionen, Paketen und Modulen arbeiten. Das Prinzip dahinter ist recht einfach: Der Kunde lädt sein Guthabenkonto auf und legt im Anschluss fest, welche Optionen er für eine Gebühr bucht. Prepaid Tarife von Lebara lassen sich beispielsweise sehr einfach anpassen, so dass jeder die Leistungen wählt, die er gerade benötigt.

Grundsätzlich gilt:

  • Optionen – es gibt Unterschiede. Viele Optionen laufen über dreißig Tage, verlängern sich aber automatisch, wenn Guthaben vorhanden ist. Um die Option zu kündigen, muss nur das Nutzerkonto aufgerufen und der Haken bei der Option gelöscht werden. Andere Module verlängern sich nicht und müssen monatlich wieder neu gebucht werden.
  • Laufzeiten – feste Laufzeiten von dreißig Tagen sind nur für diejenigen geeignet, die das Smartphone regelmäßig nutzen. Wer es nur zwischendurch mal am Wochenende einschaltet, der zahlt auch bei dieser Möglichkeit drauf. Anders sieht es mit Anpassungsmöglichkeiten aus, die sich auf feste Beträge oder Einheiten beziehen: Gigabyte oder Minuten. Hier ist aber auch genauer hinzuschauen, denn manche Anbieter stellen beispielsweise ein Gigabytepaket für dreißig Tage zur Verfügung. Wird es nicht aufgenutzt, verfällt der Rest. Andere hingegen inkludieren keine Laufzeit, sodass ein Gigabyte notfalls auch über ein ganzes Jahr genutzt werden kann.
  • WhatsApp – bietet der Anbieter ein WhatsApp-Paket, ist das für Nutzer des Dienstes von besonderem Interesse. Nun läuft nämlich die WhatsApp-Nutzung nicht über das eigentliche Datenvolumen, sondern wird getrennt von ihm abgerechnet. Der Vorteil: Das Datenvolumen wird nicht aufgezehrt, zudem funktioniert WhatsApp sogar, wenn kein Datenvolumen mehr vorhanden ist.

Die Anpassungsmöglichkeiten sind die eigentliche Faszination der Prepaid-Tarife. Hier kann sich jeder wahrlich seinen »eigenen« Tarif zusammenstellen und nur für das zahlen, was wirklich genutzt wird. Übrigens gibt es auch Optionen für Online-Spiele oder Streamingdienste. Auf der anderen Seite passen Prepaid-Tarife selten zu Vielnutzern oder zu denjenigen, die gerne regelmäßig ein neues Smartphone erhalten. Da es keine Bindung oder Mindestlaufzeit gibt, werden keine Tarife mit Handy geboten.

Abbildung 2: Mit anpassbaren Lösungen stets den perfekten Prepaid-Tarif nutzen.

Fazit – eine praktische Lösung

Viele Smartphonenutzer, die Monat für Monat für ihren festen Vertrag zahlen, könnten mit einem Prepaid-Tarif wirklich Geld sparen. Denn viele Nutzer kratzen in der Tat nur an der Oberfläche ihres Vertrags, ohne die Inhalte wirklich zu nutzen. Allerdings müssen sich Handybesitzer vor dem Abschluss eines Prepaid-Tarifs genauer informieren und prüfen, was ihnen die jeweiligen Anbieter zur Verfügung stellen. Durch die Gestaltungsmöglichkeiten ist es durchaus möglich, sich den perfekten Tarif zusammenzustellen, doch das gelingt nur mit ein wenig Vorarbeit und der Überlegung, was eigentlich benötigt wird.

Hat Ihnen der Artikel weitergeholfen? Dann würden wir uns über eine Bewertung dieses Beitrags freuen:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von maximal 5)
Loading...

Bastian Ebert

Ich schreibe bereits seit 2006 rund um die Themen Prepaid, Mobilfunk und Kommunikation und begleite die Entwicklungen auf dem Markt seit dieser Zeit intensiv und durchaus auch kritisch. Das Internet hat in diesem Segment viel verändert und ist zu einer wichtigen Informationsquellen geworden, die vielfach die Mobilfunk-Fachgeschäfte abgelöst hat. Sollte es Fragen oder Anmerkungen zum Artikel geben - gerne in den Kommentaren oder auch direkt in den soazialen Netzwerken. Mehr zu mir: Wer schreibt hier?

Weitere Artikel zu diesem Thema

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to top button
Close